Keine Spuren hinterlassen dank Skogforsk

In einem Simulator am Stand von Skogforsk, dem Forschungsinstitut der schwedischen Forstwirtschaft, manövriert ein Testfahrer den Holzvollernter vorsichtig über die astgeschützte Bachquerung im Erntegebiet. Die Installation soll den Messebesuchern verdeutlichen, wie eine gute Planung der Holzernte die Wasserläufe im Wald optimal schützt und die Gefahren von Spuren und Schäden durch Befahrung minimieren kann.

Isabelle Bergkvist und Gustav Friberg vom Forschungsinstitut Skogforsk wollen zur spurlosen Holzernte anregen.

„Die Rolle von Skogforsk als Forschungseinrichtung der schwedischen Forstwirtschaft ist, ein mögliches breit gefächertes Bild davon zu schaffen, welche Haltung man gegenüber Gewässern in der forstlichen Umgebung einnehmen kann. Wir freuen uns natürlich darüber, dass in den vergangenen Jahren die Konzentration auf Befahrungsschäden zugenommen hat und der Wille, sich im Wald möglichst ohne Spuren zu bewegen, immer größer geworden ist. Bei den Forstunternehmern ist das Bewusstsein für dieses Problemfeld inzwischen ein Konkurrenzvorteil“, erläutert Gustav Friberg, der bei Skogforsk im Forschungsbereich Waldpflege tätig ist.

Neben der Einstellung zum Thema sind es auch die Arbeitsweisen und die technische Entwicklung, die beim Arbeiten ohne Spuren Folgen zeitigt.

„Am wichtigsten ist die Planung. Die Voraussetzungen vor Beginn der Holzernte sind heute wesentlich besser, stehen doch beispielsweise Bodenfeuchte-Karten als Hilfsmittel zur Verfügung. Während des Erntebetriebes kann man dann Hauptwege an möglichst hoch gelegenen Stellen einrichten. Diese sind dann gut mit Reisig auszulegen, wird auf ihnen doch die meiste Holzlast bewegt werden. Auf feuchten Stellen darf der Forwarder nicht fahren, sondern der Holzvollernter muss das geschlagene Holz auf trockeneren Flächen ablegen. An Bächen und anderen feuchteren Geländeteilen werden Astbrücken errichtet, um jeglichen Kontakt mit dem Wasser zu vermeiden“, sagt Gustav Friberg.

 

Bodenbedingungen scannen

Auch die Maschinenhersteller tragen zu der fortschreitenden Entwicklung bei:

„Es gibt viele Neuheiten, die ihr Augenmerk darauf richten, den Bodendruck zu verringern. So werden beispielsweise zehn Räder verwendet statt acht. Auch die CTIS-Technik, mit deren Hilfe sich der Bodendruck durch Auffüllen oder Ablassen von Reifenluft je nach Fahrsituation anpassen lässt, ist ein gutes Beispiel dafür“, meint Isabelle Bergkvist, Leiterin des Programms Waldpflege bei Skogforsk.

Ein weiterer Aspekt, der die Entwicklung vorantreibt, ist der Datenfluss, den die Holzvollernter absetzen.

„Heutzutage lassen sich Massen von Daten aus den Rechnern an Bord der Maschinen abrufen. Ergänzen wir dieses um ein Laserscannen der über- und unterirdischen Bodenbedingungen, wird ein noch detaillierteres Bild möglich. Je mehr Daten wir erhalten, desto präzisere Planungstools werden wir erhalten.“

 

Internationaler Fokus

Die spurlose Holzernte ist in zahlreichen Ländern ein wichtiges Thema.

„Wir kooperieren bei dieser Frage in verschiedenen internationalen Zusammenhängen. Geodaten erweitern die Möglichkeiten, die Voraussetzungen der Holzernte schon sehr früh zu optimieren“, sagt Isabelle Bergkvist.

„Die Forstunternehmer wollen gute Arbeit leisten, und sie wollen, dass die Wälder gut aussehen. Den Forsteigentümern empfehlen wir, vorausschauend vorzugehen und sich von den Ernteunternehmen die jeweilige Planung zeigen zu lassen. Man muss sie nach den Feuchtstellen fragen, nach Bächen usw., danach, wie sie Gerinne queren wollen. Moderne Forstunternehmer berücksichtigen solche Aspekte bei ihrer Planung“, sagt Gustav Friberg.

 

Veröffentlicht
07.06.2017
Bilder
Isabelle Bergkvist und Gustav Friberg vom Forschungsinstitut Skogforsk wollen zur spurlosen Holzernte anregen.
Isabelle Bergkvist und Gustav Friberg vom Forschungsinstitut Skogforsk wollen zur spurlosen Holzernte anregen.