30 Jahre Hypro-Prozessoren: Durch Elmia Wood heute mit Kunden in 32 Ländern

Am Anfang stand ein Unfall im Wald. Aber Glück im Unglück: So fand Tommy Karlsson die Zeit dafür, ein Gerät zu entwickeln, das die Gefahr erneuter Unfälle verringern sollte: einen hydraulischen Anbauprozessor für Traktoren, heute unter der Marke Hypro bekannt. Das Produkt ist inzwischen in 32 Ländern erhältlich.

Familie Karlsson/Bergman neben dem ersten Prozessor der Marke Hypro. Von links: Tommy, Elisabeth und Linus. Das Unternehmen ist heute in 32 Ländern vertreten; der wichtigste Vertriebskanal war und ist die Elmia Wood.

Familie Karlsson/Bergman neben dem ersten Prozessor der Marke Hypro. Von links: Tommy, Elisabeth und Linus. Das Unternehmen ist heute in 32 Ländern vertreten; der wichtigste Vertriebskanal war und ist die Elmia Wood.

Der Anbauprozessor wurde zuerst nur für den Eigenbedarf entwickelt; fertig war er im Jahr 1984. Der Zulieferer der Hydraulik hielt das Ergebnis für derart professionell, dass es auf einer Forsttechnikmesse ausgestellt werden sollte. Ein Experte wurde damit beauftragt, die Funktion zu erläutern und das Marktpotenzial zu klären.

„Der Fachmann meinte, dass der Markt fast gesättigt wäre. Er schätzte, dass ich vielleicht ein paar Dutzend in meiner Region verkaufen könnte“, erinnert sich Tommy Karlsson.

1987 stellten er und seine Frau Elisabeth das einzige vorhandene Exemplar auf der Elmia Wood aus. Zu diesem Zeitpunkt hatten das Gerät und auch das Unternehmen bereits einen Namen erhalten: Hypro. Es gab zahlreiche interessierte Besucher, und die Forstbesitzer erkannten, was dem Experten entgangen war: Andere Prozessoren waren mechanisch, dieser hier arbeitete hydraulisch und ließ sich daher einfacher und unkomplizierter bedienen.

„Bereits auf der Messe verkauften wir den ersten Prozessor, aber in den Wochen danach kamen 15 Besucher zu uns, die sich die Maschine präsentieren ließen – und 14 davon kauften eine“, erinnert sich Elisabeth Karlsson.

Es gab jedoch nur einen Prozessor, den Prototypen. Mithilfe von Zulieferern erhielten die Kunden die bestellten Maschinen, doch es gingen immer mehr Bestellungen ein.

„Der damalige Messechef der Elmia Wood zog zurück nach Deutschland und fragte uns, ob er unsere Prozessoren vertreiben dürfte. Innerhalb von zwei bis drei Jahren lieferten wir 75 Maschinen aus, und dies hatte eine Fernwirkung in andere Länder, zum Beispiel nach Großbritannien“, berichtet Tommy Karlsson.

Der Weg nach Südamerika

Noch stärker wuchs der Export Mitte der 1990er-Jahre, und auch dieses Mal dank der Elmia Wood. Unseren Stand besuchte ein Herr aus Portugal, der eine Präsentation in seinem Land vorschlug. Dort sollte Hypro einen Prozessor mit Eukalyptusbäumen arbeiten lassen. Gesagt getan, der Firmenchef persönlich übernahm die Vorführung.

Er erinnert sich: „Das Entasten lief nicht so richtig gut, und deshalb fuhr ich den Stamm zurück. In diesem Moment löste sich die Rinde. Unter den Zuschauern brach ein großes Gemurmel aus. Ich fragte meinen Gastgeber, was los wäre, und er meinte nur, dass mechanisch noch nie jemand so effektiv die Rinde entfernt hätte.“

Der Erfolg in Portugal machte den Weg nach Südamerika frei. Chile ist ein wachsender Markt, und Tommy Karlsson war inzwischen mehrmals dort. Auf einer seiner Reisen besuchte er auch ein weit abgelegenes Dorf: „Dort wusste man nur drei Dinge, die mit Schweden zu tun hatten: Das Land liegt auf der andere Seite der Erdkugel, und man kannte die Elmia Wood und Hypro.“

Auch das weitere Exportgeschäft wurde über die Elmia Wood vorbereitet. Die Messe wird von Forstfachleuten aus der ganzen Welt besucht, und ausgehend von der Elmia Wood liefert Hypro in immer mehr Länder. Mittlerweile sind es Kunden in 32 Märkten, und zwar weltweit von Thailand bis Kanada. Die Prozessoren von Hypro können unterschiedlichste Holzarten bearbeiten. Neben den skandinavischen Nadelhölzern sind dies vor allem Eukalyptus, Akacia-Gewächse, Monterey-Kiefern und Douglasien.

Lönsboda ist immer noch der Hauptsitz

Der Hauptsitz von Hypro befindet sich weiterhin im südschwedischen Lönsboda, und die schwedischen Kunden bilden immer noch einen wichtigen Pfeiler des Geschäftes. Inzwischen bietet das Unternehmen fünf unterschiedlich große Prozessoren an. Zu den Zusatzausstattungen gehören Kran und Forstwagen, Energiegreifer und Fällgreifer. Das Unternehmen arbeitet mit mehreren Zulieferern zusammen, aber alle Produkte werden in Lönsboda auf Qualität geprüft und getestet. Schließlich sollen sie bei der Auslieferung wie vorgesehen funktionieren und eine hohe Lebensdauer haben.

„Wir verkaufen Maschinen, nicht Ersatzteile“, erläutert der Sohn, Linus Bergman, der inzwischen wie auch sein Bruder Daniel im Unternehmen tätig ist.

Hypro hat ohne Unterbrechung auf jeder Elmia Wood seit 1987 ausgestellt und ist auch vom 7. bis 10. Juni 2017 wieder dabei. Eigentlich selbstverständlich – immerhin feiert das Unternehmen dann sein 30. Jubiläum.

Veröffentlicht
31.08.2016
Bilder
Tommy Karlsson, Gründer und Chef von Hypro; hier zusammen mit Sohn Linus Bergman.
Tommy Karlsson, Gründer und Chef von Hypro; hier zusammen mit Sohn Linus Bergman.
Die Hypro-Anbauprozessoren für Traktoren wurden inzwischen zu einer ganzen Produktfamilie weiterentwickelt. Im Bild das größte Modell mit Kran und Fällgreifer.
Die Hypro-Anbauprozessoren für Traktoren wurden inzwischen zu einer ganzen Produktfamilie weiterentwickelt. Im Bild das größte Modell mit Kran und Fällgreifer.
Hypro 450 XL.
Hypro 450 XL.
Monterey-Kiefern in Chile.
Monterey-Kiefern in Chile.
Eukalyptusbäume in Brasilien.
Eukalyptusbäume in Brasilien.