Neuer Holzvollernter von Komatsu übernimmt manuelle Tätigkeiten

Nun übernehmen Maschinen auch die Holzernte in steilem Gelände, wo sie bislang von Hand erfolgt ist. Unter anderem hierzu hat Komatsu den neuen Holzvollernter 901 XC entwickelt, der auf der Elmia Wood seine Weltpremiere hatte.

 

Der neue Holzvollernter Komatsu 901 XC hatte auf der Elmia Wood seine Weltpremiere.

Dieser Holzvollernter mit seinen acht Rädern ist für Durchforstungen und kleinere Kahlhiebe geeignet. Die Radanzahl acht wird langsam Standard an Holzvollerntern, was Tobias Ettemo zufolge nicht nur daran liegt, dass die Forstbesitzer immer geringeren Bodendruck verlangen.

„Es handelt sich dabei auch um eine Konsequenz aus der Wasserrahmenrichtlinie der EU. Diese fordert, dass die Maschinen im Wald keine tiefen Spuren hinterlassen dürfen.“

Komatsu hat sich entschieden, die acht Räder anders als üblich anzuordnen. Die Basismaschine mit sechs Rädern hat das einzelne Radpaar an einer Pendelachse. Diese Pendelachse wurde beibehalten, obwohl die Maschine ein weiteres Bogie erhalten hat. Die Kombination aus Pendelachse und Bogie ergibt eine äußerst stabile Maschine, die bei der Holzernte an steilen Hängen erforderlich ist, wenn der Kran sehr weit ausgefahren wird.

„Die gesamte Maschine ist robuster gebaut und steht damit auch für schwierigere Arbeitsaufgaben zur Verfügung. Viele hier verwendete Lösungen stammen vom größeren 931 XC“, erläutert Tobias Ettemo.

Auf der Elmia Wood stellte Komatsu aber auch zwei weitere Weltneuheiten vor. Bei beiden handelt es sich um Optionen für Forwarder.

Die eine neue Option heißt SmartFlow. Hierbei handelt es sich um einen innovativen Ansatz für das Kranverhalten. Herzstück der Anlage ist ein intelligentes Hydraulikventil, das die Belastung erfasst und Veränderungen ausgleicht. Hierdurch werden die Druckschwankungen gedämpft, wodurch der Kran insgesamt als stabiler und leichter steuerbar empfunden.

„Der Unterschied in der Realität ist größer, als sich theoretisch oder anhand technischer Daten beschreiben lässt. Deshalb erhalten die Besucher auf der Messe die Möglichkeit, die Lösung in der Praxis auszuprobieren. Sie konnten wirkliche Drehbewegungen ausführen; und ihre Reaktion auf SmartFlow war sehr positiv“, sagt Per Annemalm von Komatsu.

Bis zu 70 Prozent der Arbeit in einem Forwarder besteht darin, den Kran zu bedienen. Dadurch wird SmartFlow nicht nur die Arbeit des Maschinenführers erleichtern, sondern vier Prozent Kraftstoff einsparen. Die Funktion ist als Option für die Forwarder von Komatsu erhältlich.

Die andere Neuheit heißt SpeedShift. Hier hat das Getriebe zwei Hydrostatmotoren, weswegen ein mechanisches Getriebe entfällt. Die Funktion lässt sich in etwa mit der eines Automatikgetriebes vergleichen; sie sorgt dafür, dass stets die ideale Drehzahl verwendet wird – von der Kriechfahrt bis zur Höchstgeschwindigkeit.

„In der Praxis halten die Fahrer selten an und schalten das mechanische Getriebe in den anderen Gang. Ein solches Schalten erfolgt bei der neuen Technik jedoch auf jeden Fall und führt zu einer ruhigeren Fahrweise, zu einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit und einem geringeren Kraftstoffverbrauch“, erläutert Per Annemalm.

Veröffentlicht
08.06.2017
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Tobias Ettemo von Komatsu zeigte eine der Pendelachsen, die in Kombination mit einem Bogie und acht Rädern dem neuen Komatsu 901 XC mehr Stabilität und eine größere Vielseitigkeit verleihen.
Tobias Ettemo von Komatsu zeigte eine der Pendelachsen, die in Kombination mit einem Bogie und acht Rädern dem neuen Komatsu 901 XC mehr Stabilität und eine größere Vielseitigkeit verleihen.
Der neue Holzvollernter Komatsu 901 XC hatte auf der Elmia Wood seine Weltpremiere.
Der neue Holzvollernter Komatsu 901 XC hatte auf der Elmia Wood seine Weltpremiere.
Nun können die Forwarder von Komatsu mit einer Art Automatikgetriebe ausgerüstet werden, die das bisher übliche mechanische Getriebe neben dem Hydrostat ersetzt.
Nun können die Forwarder von Komatsu mit einer Art Automatikgetriebe ausgerüstet werden, die das bisher übliche mechanische Getriebe neben dem Hydrostat ersetzt.
Auf der Elmia Wood konnten die Forstunternehmer die neue Kransteuerung SmartFlow von Komatsu in der Praxis testen. Sie dämpft die Schwankungen der Hydraulik und spart vier Prozent Kraftstoff.
Auf der Elmia Wood konnten die Forstunternehmer die neue Kransteuerung SmartFlow von Komatsu in der Praxis testen. Sie dämpft die Schwankungen der Hydraulik und spart vier Prozent Kraftstoff.