Stora Ensos neues Holzernte-Konzept für problematische Böden
Welt-Premiere auf der Elmia Wood 2009 im Juni, Produktionsbeginn bei Stora Enso dann zwei Monate später: es geht um den ”Timbear Lightlogg C”, ein neues Konzept für Maschinen, die ein wachsendes Problem lösen sollen.
Hinter diesem Konzept steht Jan Eriksson, besser bekannt unter dem Namen Skogsjan und ganz sicher noch bekannter für seine neuen Ideeen für Forstmaschinen.
Hier geht es um die Probleme, die die Fortwirtschaft mit Böden schlechter Tragfähigkeit hat, mit immer wärmeren Wintern und mit dem immer weiter wachsenden Bedarf an erneuerbarer Energie.
”Im Balttikum können Forstmaschinen nur sechs Monate im Jahr eingesetzt werden. Das andere halbe Jahr sind die Böden zu weich oder nicht tragfähig genug, so Tommy Blom, der sich bei StoraEnso zum Geschäftsentwicklungen ”Bioenergie AB” kümmert. Er ist für Rohstoffbeschaffung im Baltikum zuständig und wurde frühzeitig in das Timbear-Projekt eingebunden. Gefordert war eine deutlich geringere Bodenbelastung und eine Maschine, die für den Einschlag und fürs Rücken zugleich eingesetzt werden kann.
Zwei auf einem Fahrgestell
”Timbear” hat erste Prototypen im Frühjahr gezeigt, aber auf der Elmia Wood gibt es zum ersten Mal das Gerät so zu sehen, wie es in die Serie gehen soll.
Als Forwarder soll die Kombimaschine 10 to tragen können. Und im Gegensatz zu herkömmlichen Kombimaschinen ist das aber kein aufgerüsteter Forwarder, die mit einem Erntekopf ausgestattet werden kann. Hier gibt es zwei komplette Maschinen auf einem gemeinsamern Fahrgestell.
Die Basismaschine ist mittengesteuert, hat drei Achsen und läuft auf Ketten. Damit kann die Bodenpressung deutlich verringert werden, besser, als mit Gummirädern mit Ketten. Mit seinen drei Achsen kann sich die Maschine um die eigene Aschse drehen, ist fast so beweglich wie eine Sackkarre, die Treppen steigen kann.
Der Fahrer kann den Umbau vom Harvester zum Forwarder und zurück selbst erledigen – in weniger als 30 Minuten. Als Forwarder folgt die Maschine einem ganz eigenen Konzept. Anstatt die Ladefläche in die Breite zu bauen, hat das Gerät zwei Anhänger-Flächen, die in der Länge verstellbar sind. Als Forwarder ist damit das Gespann 11,5 bis 13,5 Meter lang, aber nur 2,5 Meter breit.
Auf längere Sicht werden doppelte oder längere Anhänger zum Standard werden. Die Beweglichkeit ist besser – und das Gewicht wird auf eine größere Fläche verteilt, glaubt Jan Eriksson.
StoraEnso war an der gesamten Entwicklungsarbeit beteiligt und kaufte auch die erste einsatzfähige Maschine, die auf der Elmia Wood 2009 gezeigt wird. StoraEnso sieht einen erheblichen Bedarf für solche Maschinen für problematische Böden. Denn wenn Forstmaschinen nur auf einem dichten Bett aus Ästen und Kronen fahren können, geht sehr viel dringend benötigter Bio-Brennstoff verloren, meint Tommy Blom.